Emma Russack
„Surfen und Bong rauchen“
Allmählich wird das was mit der jungen Emma hier in Deutschland. Erst heute ging ein Interview mit Rolling Stone-Redakteurin Jacqueline Krause-Blouin und Emma telefonisch über die Bühne. Sie ist aber auch ein Goldstück, besser gesagt: ein Goldkehlchen, denn ihre Stimme ist wirklich unverwechselbar schön und geht unter die Haut. So geht es mir zumindest, wenn ich ihre Songs höre.
Ihr Album erscheint Anfang Februar und im Dezember schickte ich Emma einige Fragen zu ihrer Person…hier sind die Antworten:
Du bist 1987 in Narooma geboren. Wie bist du aufgewachsen?
Ja, ich bin in Narooma geboren. Das Städtchen hat 8000 Einwohner und liegt an der Südküste von New South Wales. Es gibt dort einige traumhafte Strände. Es gab aber nicht viel zu unternehmen (außer Surfen und Bong rauchen) - aber ich war als Kind schon immer sehr beschäftigt mit der Musik. Heute lebe ich in Melbourne.
Gab es einen Schlüsselmoment in deinem Leben, in dem dir klar wurde, dass Musik eine größere Rolle spielen würde?
Ich habe mich nie hingesetzt und mich dazu entschieden. Ich habe immer schon Musik gemacht und es geliebt. Gelegenheiten kamen und ich habe sie ergriffen. So ging ich auch zur Universität und wollte Nachrichtensprecherin werden, aber Dinge ändern sich. Wer weiß, was ich in zehn Jahren machen werde?
Aber als ich 17 war, fing ich an Songs bei meinem Musiklehrer aufzunehmen. Es war eine wunderbare Zeit, die ich nie vergessen werde. Ich saß einfach da, nahm einige Lieder auf, spielte alle Instrumente ein und war einfach nur kreativ. Am Ende hatte ich wirklich eine Menge Songs aufgenommen, es hat soviel Spaß gemacht. Meine Freunde gingen alle auf Feiern, während ich bei meinem Musiklehrer aufnahm. Da fing die Liebe zur Musik eigentlich richtig an. Ich bin seither regelrecht besessen davon.
Was war dein erstes Instrument?
Mein erstes Instrument war das Piano, wir besaßen auch eines zu Hause. Eines Tages fragten meine Eltern, ob ich Unterricht haben wollte. Ich sagte JA! Aber ich habe nie geübt, weil ich das langweilig fand. Irgendwann brachte ich meinen Klavierlehrer dazu, Stücke von Showtunes wie „Memory“ oder „Music Of The Night“ zu spielen und ich sang dazu. DAS war mein Unterricht! Kurz darauf sagte er dann zu mir: „Ich bin mir nicht sicher, ob das hier so noch funktioniert.“
Haben deine Eltern einen musikalischen Hintergrund?
Meine Eltern trafen sich bei einem Rockkonzert in den 80ern und starteten selbst eine Art Glam-Rock-Folk-Duo namens „Tinklestone“. Ich wurde im Backstage bei einer ihrer Auftritte gezeugt und so nahm die Geschichte ihren Lauf…
Wie hat das mit dem Youtube-Hype angefangen und wie bist du bei Spunk Records gelandet?
Das mit Youtube war wirklich verrückt. Eine Menge Leute kannten die Videos und ich glaube irgendjemand hat Aaron Curnow von Spunk Records einige Links geschickt. Er kam zu einer meiner Shows und es war furchtbar. Aber er verfolgte meine Entwicklung und blieb interessiert. Ich schickte ihm dann meine EP und er sagte mir, dass er sie rausbringen wolle. Ich konnte es nicht glauben! Spunk hat soviele Bands unter Vertrag, die ich liebe, ein Traum wurde für mich wahr!
Wofür steht das L. in deinem Vornamen?
Das L steht für…Nein, das verrate ich nicht! Sorry!
Fragen und Text: Paul Blau
Antworten: Emma Russack, Melbourne
Übersetzung: Paul Blau
Eines meiner Lieblingsvideos von Emma Russack, ein Black-Sabbath-Cover:
http://www.youtube.com/watch?v=cOB5CtbliaQ
